Das Pfingstwochenende 2026 bescherte den Liblarerinnen und Liblarern nicht nur ein herrliches Sommerwetter, sondern auch ein farbenfrohes Bezirksschützenfest mit einem tollen Programm. Wie der stellvertretende Bezirksbundesmeister und gleichzeitig stellvertretende Diözesanbundesmeister Heiko Kleusch bei seiner Begrüßung in der Aula der Gottfried-Kinkel-Realschule sagte, kamen dabei Tradition, Gemeinschaft und gelebte Werte zum Ausdruck. Neun Schützenvereine aus dem Bezirk trafen zusammen zum „Fest der Begegnung, der Freude und des gegenseitigen Respekts“, so Kleusch. Zum Zapfenstreich versammelte die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft 1736 e.V. unter ihrem Dach – eher unter der Krone der stattlichen Rotbuche auf dem Carl-Schurz-Platz – lokale Karnevals- und Musikvereine, die Freiwillige Feuerwehr sowie den Schützenverein aus Brühl-Heide – alles Ehrenamtliche, die für Zusammenhalt, Verantwortungsbewusstsein und Brauchtumspflege stehen.
Unterstützt und begleitet von der Erftstädter Bürgermeisterin Carolin Weitzel und der Ortsvorsteherin Petra Dünnwald (beide CDU) sowie von Anwohnerinnen, Anwohnern und Gästen, bewegte sich der Festzug am Samstag, dem 23. Mai zur Aula der Realschule und bot dabei einen seltenen Anblick voller Anmut und Würde. Märchenhaft schöne Kleider der Schützenköniginnen wetteiferten in ihrer Pracht mit den kunstvoll gewirkten historischen Ketten und goldbestickten Fahnen.
Flankiert wurde das Festwochenende von begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern und einem abwechslungsreichen musikalischen Programm. Bereits am Samstag sorgten die Nettesheimer Blechbläser sowie der Regimentsspielmannszug der KG Klüttefunke 1956 e. V. für die musikalische Begleitung des Festzuges, während am Abend beim Festball der Party-Express Cologne für Stimmung sorgte. Am Sonntag begleiteten erneut die Klüttefunke den Festzug, unterstützt vom Musikverein Friesheim mit einem Platzkonzert, den Dürene Jonge sowie der niederländischen Blaaskapel Freunde Echo. Auch am Montag standen der Regimentsspielmannszug der KG Klüttefunke und die Blaaskapel Freunde Echo – ebenfalls mit einem Platzkonzert – musikalisch im Mittelpunkt. Auf dem Schützenplatz sorgte an Sonntag und Montag zudem Party-DJ André für beste Unterhaltung. Ein besonderer Dank von St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Liblar gebührt der Klaus-Geske-Stiftung, die durch ihr Sponsoring musikalische Beiträge sowie Brauchtumspflege großzügig unterstützt.
Ein Highlight reihte sich am Pfingstwochenende auf den nächsten: Standartenübergabe, Zapfenstreich, Salut, Festball, Ehrengedenken, Feldgottesdienst, Platzkonzerte und Festumzüge. Mehrere Hundert Teilnehmende und Gäste feierten, lachten, tanzten und jubelten zusammen und erlebten eine vielfältige und verbindende Tradition, die zurecht als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist.
In festlicher und gleichzeitig spielerischer Atmosphäre wurden mehrere Wettkämpfe ausgeschossen. Mal ging es um den Sterne-, mal um den Biervogel. Um den Kommandantenpokal kämpften die Erftstädter Vereine (Gewinner nach dem 97. Schuss – Michael Vieth aus Herrig). Auf der Kleinkaliber-Bahn ging der Preis für das Vereinsschiessen an die KG Klüttefunke. Die Klüttefunke-Musikerinnen und Musiker standen den Liblarern Sebastianern an allen drei Tagen treu zur Seite.
Bereits bei ihrem ersten und insgesamt dritten Schuss räumte Janina Frings den Jungschützenvogel ab und wurde zur Jungschützenprinzessin. Als Bürgerkönigin wurde Magdalena Rogalski gekrönt. Wenige Tage zuvor erkämpfte sich Jolina Döhr die Würde der Schülerprinzessin mit 30 Treffern bei 30 Schuss. 137 Schuss wurden gebraucht, bevor Markus Heuser endlich den Königsvogel vom Dorn holte. Während die drei Aspiranten Markus Heuser, Hans Karl Dölle und Ralf Jung um die königliche Würde rangen, erteilte Paul Bernhard Dölle, der Kommandant der Bruderschaft, einen spannenden Unterricht in Waffen- und Munitionskunde im Bezug auf die so genannte „dicke Büchse“ (ganze 15 kg!) und zum historischen Handwerk der Büchsenmacher. Die Leistung des Kommandanten war bewundernswert: Mit viel Disziplin, straffer Haltung, klaren Kommandos sorgte er für einen hervorragend strukturierten Ablauf der Veranstaltungen.
Mit einer feierlichen Krönung auf der Bühne und der Übergabe von Ketten an die neuen Majestäten fand das Bezirksschützenfest seinen wortwörtlich krönenden Abschluss.
Am Donnerstag, dem 4. Juni 2026 (Fronleichnam) gibt es noch einen weiteren Nachgeschmack beim „kleinen“ Schützenfest mit einer Prozession im Schlosspark Gracht und anschließendem Programm.



